Liebe Leser,

wir sollten das Jahr nicht mit einem Lamento beginnen, sondern frohgemut nach vorn blicken, inspiriert und motiviert sein, an das Gute im Menschen glauben und auf Gott vertrauen – das wäre schon mehr als die halbe Miete für 2018! Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen und sich, nach all dem Gerangel, eine Regierung formen, die ihren Namen verdient und die sich als Sachwalter des Willens und der Interessen des Deutschen Volkes erkennt. Gewiss, Regieren und Verantwortung zu übernehmen ist nicht einfach. Aber dass es so schwierig sein sollte, dass man es gar nicht mehr tun mag und sich monatelang als „geschäftsführende Bundesregierung“ durchschummelt, stimmt uns Fischer und Teichwirte nachdenklich. Wir sind es gewöhnt, Verantwortung zu übernehmen und sie dann auch zu tragen. Wenn wir unsere Seen nicht nachhaltig und fachlich richtig bewirtschaften, verabschieden sich die heimischen Fische von uns, machen uns und unsere Familien brotlos. Wer seine Teiche nicht pflegt, seine Quellen und Zuläufe nicht hütet und sein Ohr nicht dauernd an den (nur für Dritte stummen!) Mäulern seiner Karpfen und Forellen hat, wird scheitern. Wer in den See hineinfährt, muss schon vorher wissen, wie er wieder sicher und gesund nach Hause kommt; wer Wasser in seine Teiche leitet und sie mit Fischen besetzt, muss dafür sorgen, dass es frei weiterläuft und seine Schützlinge satt und zufrieden sind. Sonst wachsen sie nicht und werden krank. Leider steht unsere Bürokratie nicht unter solchem Erfolgsdruck. Sie wird nicht kontrolliert – jedenfalls nicht von Außenstehenden. Im wirklichen Leben nennt man solche Kontrollen „Evaluation“ – da werden Aufwand und Kosten dem Nutzwert gegenübergestellt. Der Einzige, der ab und zu vor den dicht schließenden Doppeltüren der Verwaltungshoheiten bellt, ist der Bund der Steuerzahler. Leider ist er von Natur aus recht zahnlos. Auch der von dem Gebell fallweise wach gerufene Bundesrechnungshof ist eher harmlos. „Keine Angst, der tut nix!“, lachen die gewieften Bürokraten. Da gibt’s kein schmerzhaftes Loch im Gesäßteil der Amtsrobe, sondern schlimmstenfalls eine kleine Rüge!
Wenn die Politik über sich selbst so verdrossen ist, dass sie gar keine mehr machen, sondern nur noch „die Geschäfte führen“ will, darf man nicht erwarten, dass sie sich wirklich der Belange des „Kleinen Mannes“ annimmt. Welche „Geschäfte“ da wohl „geführt“ werden? Unsere im öffentlichen Interesse liegenden Fischereien und Teichwirtschaften sind es bestimmt nicht. Aber auch dann, wenn die Verhältnisse wieder geordnet sind und wir eine „echte“ Regierung haben werden – sind unsere Volksvertreter denn wirklich noch in der Lage, den Verwaltungsapparat, den aufzublähen sie einst fleißig mithalfen, zu „evaluieren“, wie es oben so schön hieß? Können sie denn noch selbst beurteilen, ob die unzähligen Programme, Richtlinien und Vorschriften das gebracht haben, was man sich von ihnen versprach? Oder ob sie für die Katz‘ waren, ja, schlimmer noch: Ob sie Schäden nicht abwendeten, sondern gar hervorriefen? Wenn es keine ehrliche Selbstkontrolle der Bürokratie gibt, wer könnte denn dann dafür sorgen, dass die Kirchen von Amts wegen in den Dörfern blieben und die Messen darin so gelesen würden, dass sie auch wirklich zum Seelenheil führten, statt in die ewige Verdammnis? Ob unser schweres Handwerk in Zukunft noch einen goldenen Boden haben wird, liegt nicht nur an unserem fachlichen Wissen, unserem unternehmerischen Mut und unserem Fleiß. Wir müssen der Politik auch klar und deutlich sagen, was wir zum Überleben brauchen und was nicht. Dann kann und wird sie uns helfen. Der „Runde Tisch“, über den wir auf S. 3 berichten, ist so eine Ansage. Eine „Runde“ mit uns, weiß die Verwaltung inzwischen, kann ganz schön eckig werden. Aber wir sind im kommenden Jahr alle miteinander auf einem guten Weg!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Peter Wißmath