Liebe Leser,

wenn Sie dieses Heft in den Händen halten, ist die bayerische Karpfensaison im Aischgrund bereits eröffnet worden und die ersten Karpfen verzehrt. Wir stehen am Anfang einer Saison, von der wir noch nicht wissen, was die nächsten Wochen bringen werden. Hat die Gastronomie "normal" geöffnet? Wie schön werden die ersten Oktoberwochen noch für eine Außenbewirtschaftung? Welche kleine Fischgeselligkeit kann abgehalten werden? Wie lassen sich die 3G-Regeln durchführen?
Mit diesen Fragen steht und fällt die Vermarktung insbesondere für die fränkischen und oberpfälzischen Teichwirte. Ein gut eingeführter Hofladen oder wie hier im Landkreis Ansbach ein 24/7-Verkaufsautomat kann hier ein zusätzliches, passables Einkommen verschaffen. Ganz besonders möchte ich an dieser Stelle unseren Gastronomen danken, die sich für unser Produkt, egal ob Karpfen, Forelle, Zander oder Renke, einsetzen.
Unsere Teichwirtschaft ist mittlerweile als immaterielles Kulturgut anerkannt worden. Ein wichtiger Schritt für uns. Damit können und werden wir unseren „Kritikern“ auch mal Widerstand leisten, wenn es um die Bewirtschaftungsform und Schäden an der „Biodiversität“ (ein arg geschundenes Wort mittlerweile – Natur kann man es auch nennen) geht. Damit die Bevölkerung sich über den Hintergrund des Kulturerbes auch informieren kann, werden für die vier Fischwirtschaftsgebiete verschiedene Informationstafeln angeschafft.
Zusätzlich wird im Aischgrund der TeichKulturPark in diesem Herbst eingerichtet und bekannt gemacht. Mit all diesen Punkten sehe ich für unsere Zukunft wieder ein Licht am Ende des Tunnels. Nun sollten wir uns alle zusammen um den fischereilichen Nachwuchs bemühen, damit auch in Zukunft die Teichwirtschaft gesichert ist – die „young fishermen“ sind schon mal ein vielversprechender Anfang.
Leider war der Sommer auch von einigen Unglücken überschattet. Ich denke da an die Hochwasser in einigen Teilen in Franken und Oberbayern. Die Schäden werden immens sein, erste Meldungen sind schon eingegangen. Ich möchte dabei Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nicht übergehen, hier war und ist das Leid ungleich größer. Bei solchen Ereignissen können die Potentiale unserer Teiche, nämlich die Aufnahmefähigkeit bei Starkregen, auch sinnvoll genutzt werden. Nur sehe ich die Gefahr, dass nun wieder Einige mit der DIN 19700 winken und irgendwelche Gefahren heraufbeschwören. Ein Blick auf die Rurtalsperre in der Eifel, ihr Bau, ihre Baugeschichte und die begrünte Böschung auf der Luftseite, spricht hier für mich Bände – diese baulichen Zustände sind nicht zu vergleichen mit unseren Teichdämmen. Im Frühjahr hat es, wie Sie lesen konnten, ein denkwürdiges Treffen mit dem Landesfischereiverband gegeben. Wir haben vereinbart, unser Miteinander zu verbessern und zusammen die Probleme anzugehen. Im Fischer & Teichwirt konnten und können Sie bereits einen Teil dieser Zusammenarbeit mitlesen. Mit unseren weiteren Partnern, Fischereifachberatungen, Erzeugerringen, Fischgesundheitsdienst, VDBA und dem Bayerischen Bauernverband, werden wir uns weiterhin für die Zukunft um die nachhaltige Erzeugung von heimischen Nahrungsmitteln bemühen. In diesem Sinne, gehen wir es an. Ich bin dabei.
Ihr
Harald Siller