Liebe Leser,

wer von uns hätte sich je vorgestellt, dass es einmal wirklich so weit kommen würde und wir Angst um Leib und Leben haben müssten? Dass ein Regierender damit beginnt, in Europa einen Krieg zu entfachen, um zu mehren, was er unter „Einfluss“ versteht?
Wir Deutsche scheinen ihm machtlos gegenüberzustehen. Wir haben keine Militärmacht mehr, mit der wir wirksam uns verteidigen könnten, sondern wir ließen unsere Bundeswehr schon seit Jahren so ausdünnen, dass sie nicht einmal mehr im eigenen Land zielgerichtet fahren, schwimmen oder fliegen könnte. Kämen diese Kämpfe auch über uns, könnte ihm unsere „Verteidigungsministerin“ allenfalls noch ein teuer restauriertes Segelschiff entgegenschwimmen lassen, falls der Wind günstig weht. Wir wären noch viel schwächer als die Ukrainer es im Augenblick sind und müssten uns darauf verlassen, dass sich die NATO, was immer man heute noch darunter zu verstehen hat, schützend vor uns stellt. Und, vor allem, dass uns der große Bruder aus Amerika nicht im Stich lässt.
Wahrlich keine schönen Gedanken, die uns derzeit durch den Kopf gezogen werden. Man sitzt morgens am Schreibtisch, lässt das Radio und den Fernseher ausgeschaltet, um sich vor der Flut der Hiobsbotschaften zu schützen, und grübelt, was man als Chefredakteur des „Fischer & Teichwirt“ denn tun könnte, um seinen Lesern die Gedanken nicht noch trüber und das Gemüt nicht noch verzagter zu machen. Mit Worten Trost und Hoffnung spenden wäre Sache der Kirchen, denen man aber die Fähigkeit dazu abgesprochen hat und sich die Bevölkerung mehr und mehr von ihnen abwendet. In meinen Augen war und ist das ein Fehler – auch wenn es unter dem Klerus immer wieder schwarze Schafe gibt, die aus dem Verkehr gezogen und eingesperrt gehören. Eine Kirchengemeinde, ganz gleich, ob katholisch oder protestantisch, ist zu allen Zeiten ein Hort gewesen, in dem sich alle, gerade Alte, Kinder und körperlich Schwache, geborgen fühlen konnten und durften.
In Zeiten wie diesen brauchen wir diesen Hort, sonst werden wir schwermütig und gehen vor die Hunde. Merkt Euch: Wir müssen nicht nur auf unser Leben achthaben, sondern auch auf das unserer Mitmenschen. Wir werden nur dann wieder bessere und schönere Zeiten erleben, wenn wir zusammenhalten – als Paar, als Familie, als Freunde, als Kollegen, als Gemeinde, als Volk, als Nation. Das ist leicht gesagt, aber schwer getan. Wir Fischer und Teichwirte wissen, dass ohne Zusammenspiel zwischen den Naturgewalten und uns Menschen die Welt keine wäre, in der wir uns wohlfühlen können.
Das hier will auch ein Aufruf von uns Allen, Fischern und Teichwirten, an das russische Volk sein, sich von dem Unhold, der es gerade verdirbt, loszusagen und Seite an Seite mit uns Europäern dafür zu sorgen, dass wir in Harmonie und ohne Angst voreinander zusammenleben können. Das sind die Menschenkinder sich selbst, ihren Vorfahren und Nachkommen, ihren Freunden und Bekannten, ihren Mitbewohnern, den Eingeborenen und Zuzüglern, der eigenen Nation und allen, allen andern Völkern dieser Welt schuldig. Mut, liebe Leser, Mut! Gemeinsam werden wir auch diese schlimmen Zeiten überstehen!

Ihr
Dr. Peter Wißmath